Mein Weg zu Keynote

Im September 2018 hat sich für mich eine Chance aufgetan, die ich heute mit dir teilen möchte.

Ich hatte meinen Job gewechselt und wartete auf mein neues Projekt. Als die erste Projektanfrage kam und ich die Stellenbeschreibung gelesen hatte, spürte ich direkt: Das bin ich eigentlich nicht. Der Mensch, der dort gesucht wurde, und die benötigten Fähigkeiten passten nicht richtig zu mir. Aber da ich ein motivierter Mensch bin, dachte ich: „Ein Vorstellungsgespräch kann ja nicht schaden.“ Seitens meiner Geschäftsführer spürte ich den Druck, dass wir das Geld ebenfalls gut gebrauchen könnten.

Ohne lange zu zögern wurde ich dem Kunden angeboten und hatte ein paar Tage später ein Telefoninterview, danach ein Vorstellungsgespräch und dann schon die Zusage für dieses Projekt. Mein Bauch hatte mir von Anfang an gesagt, dass da etwas nicht stimmt, aber ich ignorierte dieses Gefühl. Gerade am Anfang eines Jobs trauen wir uns oft noch nicht zu sagen, was wir wirklich denken. Ich denke, dass es die Angst ist, etwas falsch zu machen und in Ungnade zu fallen. Ich hätte es besser wissen müssen dieses Projekt nicht annehmen sollen.

Ich begann in diesem Projekt zu arbeiten, doch bereits am zweiten Tag rief ich meinen Geschäftsführer an und sagte: „Ich bin hier falsch, ich muss hier weg.“

In jener Zeit habe ich gelernt, dass es drei Dimensionen gibt, die bei einem Job passen sollten. Erstens muss sich in dem Umfeld deine Persönlichkeit entfalten können. Wenn du gerne mit Menschen sprichst, Themen diskutierst und Kommunikation dir Energie gibt, dann ist ein Umfeld, in dem du den ganzen Tag an deinem PC Dokumente liest und mit niemandem reden darfst, einfach nicht gut für dich.

Zweitens sollten deine Aufgaben deinen Stärken entsprechen. Stell dir vor, du bist einfach nicht gut in Mathe, und es macht dir auch keinen Spaß, aber du musst den ganzen Tag Berechnungen in Excel-Tabellen durchführen. Deine Ergebnisse werden nicht gut sein, du wirst langsam und zwangsläufig frustriert sein.

Drittens: Du musst deine Aufgabe gerne machen. Wenn du beispielsweise ein überzeugter Veganer bist, dem der Tierschutz am Herzen liegt, dann wirst du niemals für eine Firma arbeiten wollen, die Fleisch produziert. Egal, wie gut der Job ist.

In jenem Projekt damals passte für mich keine dieser Dimensionen, ich spürte es und wusste: Ich muss hier raus. Ein paar Monate später hat diese Situation dazu geführt, dass ich mit Kevin unser Startup gegründet habe. 

Die Entscheidung zur Gründung ist während meines Urlaubs in den USA gefallen. Ich lag in Las Vegas am Pool und war mich am entspannen. Mein Handy macht ein Geräusch und ich sehe, dass es eine neue eMail von Gedankentanken gibt. Dort gab es die Möglichkeit sich zu einem Ausbildungsprogramm anzumelden, um auf die Bühne zu gehen und eine Keynote zu halten. Ein Keynote bezeichnet den ersten Ton im Orchester und stimmt alles aufeinander ein. Im Business gibt es eine Menge an Veranstaltungen von Unternehmen, wie beispielsweise die Jahresauftaktveranstaltung, das Sommerfest, die Weihnachtsfeier und viele mehr. Auf fast jeder dieser Veranstaltungen tritt ein Keynote Speaker auf, der die Mitarbeiter inspirieren soll und dieses Programm soll dich auf genau diese Keynotes vorbereiten und dir ermöglichen deine eigene Keynote zu entwickeln.

Ich hatte bisher noch nicht darüber nachgedacht professioneller Speaker zu werden, aber irgendwie hat mich dieses Programm interessiert. Ohne lange darüber nachzudenken habe ich mich beworben und bin später angenommen worden. Es ist somit offiziell, ich werde im Jahr 2019 (Termin noch unklar) auf der Bühne von Gedankentanken stehen und darf meine Geschichte erzählen.

Dabei geht es für mich darum, wie wir menschenfreundliche Unternehmen aufbauen, in denen Menschen ihr Potential ausschöpfen können. Die Aufgabe der nächsten Tage und Wochen wird es sein diese Keynote auszuarbeiten und 18 inspirierende Minuten zu entwickeln. 

Gefühlt ist es momentan ein Trend „Speaker“ zu werden. Die Motivation ist häufig Geld, denn in der Branche geistern hohe Zahlen durch die Flure. 3.000 Euro, 4.000 Euro oder sogar 10.000 Euro für einen einzelnen Vortrag. Es hört sich nach leicht verdientem und schnellem Geld an. Dahinter steht für mich allerdings eine Menge Arbeit und das Bewusstsein, dass ich die gleiche Keynote hundertmal halten muss und werde, bis sie perfekt sein wird. Das es für mich eintönig werden könnte und ich trotzdem immer wieder Höchstleistung abliefern muss. 

Gleichzeitig ist mir bewusst, wie sehr ich das Reden liebe und das ich durch die Chance auf der GedankenTanken Bühne zu stehen die Möglichkeit bekomme, wirklich etwas zu verändern. 

Es wird ein spannender Weg sein und ich freue mich darauf ihn zu gehen. 

Dein Fabian

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