Review OKRs Q1 2019

Wir haben es total vermasselt. Zumindest wäre das eine legitime Perspektive auf die Realität. Mit 24% und 33%, haben wir unsere OKRs für das erste Quartal 2019 deutlich verfehlt. Doch ich sehe das nicht als Fehlschlag oder etwas, über das wir traurig oder wütend sein sollten, sondern als normalen Prozess auf dem Weg zum Erfolg. 

Unser erstes OKR handelt von der Etablierung einer neuen Rolle und deren Vermarktung. Wir wollten den „Mindsetcoach für Softwareentwicklung“ neu erfinden und publizieren. Gleichzeitig war der Plan einen Tagesworkshop zu konzipieren, 500 neue Youtube Abonnenten aufzubauen, jede Woche 2 Videos hochzuladen und 60 Anmeldungen für den Tagesworkshop für das Q2 2019 zu haben.

Dieses Objective mit seinen zugehörigen KeyResults ist in der Retrospektive von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. Der Grund dafür ist sehr simpel. Eine neue Rolle zu erfinden, ohne genau zu wissen, welches Problem sie löst, sorgt für viele Fragezeichen. Der Plan war, in dieser Rolle unser Verständnis von Agilität zu bündeln und eine Mischung aus „agile Coach“ und „Unternehmer“ zu erschaffen. Diese Kombination finde ich noch immer sinnvoll, allerdings war das erste Quartal unserer Gründung dafür falsch gewählt.

Doch warum ist das jetzt erst im Nachhinein so klar und wieso haben wir das am Anfang des Quartals nicht gesehen?

Die Antwort ist ziemlich einfach:
Zum einen haben wir uns einfach etwas zu viel vorgenommen und es dadurch kaum geschafft den Fokus aufrecht zu halten. Zum anderen war das Bild von der Rolle „Mindset Coach“ einfach ziemlich abstrakt. Es hat mehrere Iterationen gedauert, bis wir ein klareres Bild erzeugen konnten und uns dann bewusst wurde, was das eigentliche Warum hinter der Rolle ist. Am Anfang des Quartals sind wir also mit einem Gedanken gestartet, der sich über die Zeit leicht gewandelt bzw. geschärft hat.

Das zweite OKR beschreibt unsere Wachstumsmotivation. Wir wollten zwei Bewerber haben, eine professionelle Website, alle Formulare aus dem Buch „Scaling Up“ ausgefüllt und für unsere außerordentlich gute Buchhaltung gelobt werden. Gelobt worden sind wir – unsere Buchhaltung läuft somit. Allerdings hatten wir keine Bewerbungen erhalten und auch die Formulare sind nicht alle ausgefüllt. 

Das Buch Scaling Up hilft Unternehmern dabei ihr Unternehmen nachhaltig aufzubauen und zu vergrößern. Eine Aufgabe ist beispielsweise klare Verantwortungen festzulegen. Dabei ist uns aufgefallen, dass wir keinen Mehrwert generiert, wenn wir sagen, wer für das Marketing verantwortlich ist. Da Kevin und ich zu zweit sind und jeden Tag miteinander sprechen, fühlen wir uns beide zu 100% verantwortlich. Mitarbeiter einzustellen, ohne zu wissen wofür ist ebenfalls keine gute Idee gewesen. Uns ist wichtig, dass wir nachhaltig wachsen und das skalieren des Unternehmens haben wir am Anfang etwas unterschätzt.

Von außen betrachtet, haben wir unsere Ziele komplett verfehlt. Aber was ist in der Realität passiert? Wir haben unsere ersten Umsätze generiert und die finanzielle Basis für Wachstum gelegt. Ich habe den Rohentwurf meines Buches mit 30.000 Worten geschrieben. Ich hatte Zeit für Fortbildung und hab mehr als 20 Bücher gelesen und somit das Fundament für nachhaltiges Wachstum gelegt. Kevin hat sich im Thema AWS weiterentwickelt und bei unserem ersten Kunden richtig gute Erfolge erzielt. 

In der Retrospektive hatten wir ein unglaublich erfolgreiches Quartal. Auf dem Papier sind wir gescheitert, weil wir außerhalb der OKRs gearbeitet haben. Die Herausforderung ist nun für das zweite Quartal 2019 OKRs zu finden, die stärker an der Realität sind und uns dabei helfen den Fokus zu behalten. 

Wir haben uns dafür entschieden drei neue OKRs zu verfolgen. Das erste beschreibt die Fertigstellung meiner Keynote für Gedankentanken. Key Results sind Beispielsweise, dass ich die Keynote dreimal vor fremdem Publikum gehalten oder zwanzigmal realitätsgetreu per Video aufgenommen habe. 

Das zweite OKR beschreibt die Veröffentlichung meines Buchs. Das Manusskript soll fertig und bereit für den Lektor sein. Wir wollen das Buchlayout und den Buchtitel haben und die Keymessage des Buchs soll klar sein. 

Das dritte OKR bezieht sich auf den Aufbau unseres ersten Produkts. Dort wollen wir 50 verschiedene Ads (Werbung auf Facebook) geschaltet und darüber 50 Telefongespräche vereinbart haben. 

Sehr ambitionierte Ziele, aber absolut möglich. Ich merke, wie wichtig der Fokus ist. Durch die OKRs können wir jede Woche überprüfen, ob wir am richtigen Arbeiten. 

Wichtig ist mir, dass am Ende eines OKR Zyklus realistisch auf die Ergebnisse und die daraus resultierenden Konsequenzen geschaut wird. Eine Verfehlung der Ziele kann auf den ersten Blick frustrierend wirken. Wenn die Ziele allerdings schlecht gewählt sind, können wir daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen.

Ich bin voller Vorfreude die neuen OKRs Ende Juni erneut analysieren zu können, denn wir konnten aus dem ersten Quartal so viel mitnehmen und adaptieren. Das zeigt auch wieder, dass du durch mehrere Iterationen und durch häufiges üben, aber auch durch Fehler, lernen und besser werden kannst.

Nutzt du oder dein Unternehmen schon die Methode OKR? Kommentiere doch mal deine Erfahrungen unter diesem Artikel.
Wenn sich die Methode für dich und dein Unternehmen interessant anhört, dann vereinbar jetzt ein kostenfreies Strategiegespräch unter info@digital-nx.com

Dein Fabian

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