Spaß im Büro

Wie oft lachst du mit deinem Team während der Arbeit? In diesem Artikel möchte ich mit dir über Spaß im Büro sprechen und warum es so wichtig ist, Spaß zu haben. Aus Start-ups kennen wir den Trend, dass es einen Kicker oder eine Playstation gibt. Das Team kann jederzeit losziehen und einfach ein bisschen Spaß haben und abschalten. In der Realität erlebe ich allerdings, dass sich fast niemand mal zwei Stunden vor die Konsole setzt – wohlgemerkt während der Arbeitszeit – und einfach spielt.

Ich möchte dir eine passende Geschichte dazu erzählen: Vor ein paar Monaten wurde ich von einem Konzern beauftragt, ein Team auszurichten. Ich sollte dafür sorgen, dass die Produktivität des Teams steigt und dadurch mehr Ergebnisse erzielt werden. An meinem ersten Tag ist mir eine neutrale Stimmung aufgefallen und es gab fast niemanden der über private Themen gesprochen hat. Alle Dialoge hatten einen Bezug zur Arbeit und waren „seriös“. Das hat sich über mehrere Tage nicht verändert. Zwar ging das Team miteinander zu Mittagessen und redete dort auch mal über etwas privates, aber so richtig gut gelaufen sind die Gespräche nicht. 

Gleichzeitig hatte das Team einen enormen Druck durch das Top Management. Es gab einen wichtigen Meilenstein, an dem ein Produkt an den Kunden geliefert werden sollte und dieser musste unbedingt eingehalten werden. Daher war keine Zeit, um Spaß zu haben. Die Situation war ernst. 

Es war nicht das erste Mal, dass ich eine solche Aufgabe übernommen habe und mir wurde eine Sache bewusst. Jeder in diesem Team ist in dem was er tut klar. Allerdings hatten sie kein Vertrauen untereinander. Die Beziehungen waren nur rudimentär und nicht freundschaftlich. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir die Menschen, mit denen wir jeden Tag arbeiten, mögen sollten. Natürlich gibt es immer die ein oder andere Ausnahme und einen Kollegen, mit dem wir nicht gut klarkommen. Aber das sollten Ausnahmen bleiben. 

Um Beziehungen zu fördern gibt es aus meiner Sicht verschiedene Ansätze. Mein erster Schritt war, mit jedem Teammitglied einfach mal einen Kaffee trinken zu gehen. Dabei habe hauptsächlich ich geredet und viel von mir und meinem Leben preisgegeben. Wenn jemand selbst erzählen wollte, habe ich ihm natürlich den Raum dafür gegeben. Beim ersten Kaffee, war mein gegenüber noch zurückhaltend. Beim zweiten Kaffee sind wir schon mehr ins Plaudern gekommen und auf einmal hatte ich zu jedem eine Beziehung aufgebaut. Mittlerweile wusste ich auch, welche Perspektive jeder einzelne auf das Projekt hatte und wo es aus seiner Sicht nicht richtig funktioniert. 

In unseren gemeinsamen Meetings habe ich nun aktiv die Fäden zusammengezogen und Themen angesprochen, die verbinden. Ich wusste beispielsweise, dass der eine Kollege davon genervt war, dass der andere immer etwas frech zu ihm war. Also haben wir einen Code of Honor vereinbart, in dem wir gemeinsam entschieden haben, respektvoll miteinander umzugehen. Durch diese bewusste Vereinbarung von Spielregeln hat das Team ein wenig zueinander gefunden. Durch diese „einfachen“ Beziehungen, haben sich beim Mittagessen mehr Gespräche ergeben und das Team hat damit begonnen sich auf privater Ebene auszutauschen.

Es war Zeit für die zweite Phase. Ich habe damit begonnen Running Gags zu etablieren, die wie ein Insider des Teams sind. Beispielsweise hat ein Kollege mal gesagt: „Naja, der Server springt immer wieder aus der Furche.“. Wenn ich diesen Satz schreibe merke ich, dass er eigentlich gar nicht lustig ist. Aber wir haben bestimmt schon 100-mal darüber gelacht und immer, wenn etwas nicht funktioniert sagt jemand: Naja, das ist ja auch aus der Furche gesprungen. Über die Zeit haben sich mittlerweile mehrere dieser Running Gags etabliert und das Team hat damit begonnen sich gegenseitig ein bisschen auf die Schippe zu nehmen.

Mittlerweile gehen wir auch mal miteinander kickern. Vor allem dann, wenn ein wichtiges Meeting bevorsteht. Durch das Tischkickern steigt die Kreativität und wir sind alle fokussiert. Und tatsächlich macht kickern auch ziemlich viel Spaß. Aber das wir miteinander lachen liegt vor allem daran, dass wir als Team unsere Kommunikation gestärkt und zueinander gefunden haben. 

Ich habe mich also mit Running Gags und Tischkickern beschäftigt und viel Kaffee mit jedem aus dem Team getrunken. Von außen betrachtet könntest du die Frage stellen, ob das nicht pure Zeitverschwendung ist? Das Ergebnis meiner Arbeit war, dass wir unsere Deadline gehalten und das Produkt ausgeliefert haben. Unsere Termine sind produktiver, obwohl wir mehr Quatsch machen und wir haben angefangen uns stärker aneinander zu reiben. Es gibt konstruktive Konflikte, die dazu führen, dass die Ergebnisse besser werden. 

Spaß ist aus meiner Sicht ein elementarer Faktor für Erfolg und Höchstleistung in Teams. Er entsteht vor allem dann, wenn im Team Vertrauen herrscht und sich jeder auf den anderen einlässt. 

Habt ihr Spaß im Büro? Schreib es mir gerne in die Kommentare.

Dein Fabian

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