Emotional Leadership

Am vergangen Wochenende hat sich mein Leben verändert. Ich durfte das Seminar „Mastery of Self Expression“ bei Yvonne Schönau besuchen und dort einen neuen Zugang zu mir finden. Von außen betrachtet geht es um Gefühle. Um genau zu sein, um deine Gefühle. 

Wenn ich mit meinen Teams arbeite, gibt es am Anfang eines Treffens immer das gleiche Rituale – der CheckIn. In diesem erzählt jeder kurz, wie er sich fühlt und was ihn bewegt. Dadurch erreichen wir Fokus und Präsenz. Wie oft passiert es, dass du von einem Meeting zum Nächsten hetzt und keine Zeit für eine Pause hast. Am liebsten würdest du noch eine kleine Sache erledigen, aber jetzt sitzt du schon im nächsten Meeting. Durch das Ritual schaffen wir eine Verbindung und gegenseitiges Vertrauen. 

Dabei gibt es immer wieder Kollegen, die sich ausgrenzen und vermeintlich lustige oder einfache Dinge sagen. „Mir geht es gut.“, „Spannend“ oder „Ich bin gerade genervt von XY.“. Bisher dachte ich, dass das reicht und wir dadurch alle präsent sind und tatsächlich nehme ich auch wahr, dass die Meetings nach diesem Ritual besser sind. Seit dem Wochenende verstehe ich, was ein echter CheckIn ist. Was es bedeutet, wenn Menschen sich wirklich miteinander verbinden. 

Jeder von uns hat verschiedene Masken, die er jeden Tag trägt. Du bist total genervt von einem Kollegen und würdest ihn am liebsten anschreien? Du wirst es vermutlich nicht tun, sondern verhältst dich gesellschaftskonform. Du hast gerade einen Streit mit deiner Frau oder deinem Mann gehabt und würdest am liebsten zuhause bleiben? In der Realität bist du stark und zeigst keine Gefühle. Dabei sind Gefühle etwas, dass es in der Businesswelt allgemein selten zu geben scheint. Manchmal wird gebrüllt, manchmal geweint und beides wird als „Schwäche“ gewertet. Dabei ist es stark, zu seinen Gefühlen und damit zu sich selbst zu stehen.

Was würde passieren, wenn der CheckIn startet und jeder das Gefühl beschreibt, dass er wirklich hat. Ich bin gerade enttäuscht. Ich spüre Freude. Ich spüre Wut. Ich spüre Angst. Ich spüre Liebe. Und während jeder beschreibt, was in ihm passiert, schaut er den anderen direkt in die Augen. Ich glaube, dass wir eine intensive Verbindung spüren würden. Hört sich erstmal verrückt an oder? Jemandem im Meeting fest und ernst in die Augen zu schauen und zu sagen, dass ich gerade Liebe empfinde. In unserer Gesellschaft ist das noch nicht angekommen und deshalb ist es unsere Verantwortung damit zu beginnen. 

Dabei ist es noch nicht mal wichtig, jedes Gefühl auszusprechen. Allein durch die Tatsache, dass du dir erlaubst es zu fühlen, können andere Menschen dich auch spüren. Doch bevor du denkst, dass ich esoterisch werde, möchte ich dir sagen, warum mir das wichtig ist.

Wir Menschen folgen den echten Leadern. Den Menschen, die Authentizität und Integrität haben. Menschen, die wir anschauen und bei denen wir Sicherheit, Kraft und Wärme spüren. Denn vor hunderten von Jahren wären das die Menschen gewesen, die unser Überleben gesichert hätten. Wenn ich wirklich andere führen möchte, dann bin ich der festen Überzeugung: Ich muss meine Gefühle zeigen. Dabei muss ich nicht unkontrolliert und rüde sein, aber ich muss es auch nicht einfach „runterschlucken“. 

Emotional Leadership hat für mich nichts damit zu tun, dass wir gemeinsam weinen und alle sich lieb haben müssen. Es ist für mich Ehrlichkeit. Zu mir selbst und meinem gegenüber. Es heißt für mich, dass ich im Moment präsent bin und dem anderen damit meine Aufmerksamkeit schenke. Es bedeutet, dass ich Lob annehmen und verteilen kann. Es bedeutet für mich ein starker Mann oder eine starke Frau zu sein und zu sich zu stehen. 

Das Seminar bei Yvonne hat meine Sicht auf die Welt nachhaltig verändert. Ich habe meine Masken kennengelernt und viele von Ihnen abgelegt. Ich bin wieder ich geworden und fühle mich klarer und stärker denn je.

Wenn wir anderen auf Augenhöhe begegnen, zu unseren Werten und Überzeugungen stehen und damit klar in unserem Ausdruck und unseren Gefühlen sind, werden wir zu echten Leadern. Menschen, die andere groß machen und für etwas einstehen. Menschen, die das Leben lieben und mit Freude Veränderungen treiben. 

Ein echter Leader ist für mich Emotional und nahbar. Ich habe tiefen Respekt vor Yvonne für die Kraft, die sie hat und die Leidenschaft, mit der sie andere groß macht. 

Wie siehst du das Thema Gefühle im Job?

Dein Fabian

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